>gelberklang< Pressestimmen :

Als farbig besetztes kleines Orchester ... musizierte im Barocken wie im Zeitgenössischen gewandt das Ensemble >gelberklang<.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21.11.2006


...Händels Auferstehungs-Diskurs wurde instrumental prägnant vom Ensemble >gelberklang< ausgefochten, und auch die stark von B.A.Zimmermanns Klangsprache eingefärbte Komposition von Benedikt Schiefer und die geräuschintensive Textur von Christian Schumann waren bei diesen kammermusikern, die am Ende dirigentenlos improvisierten, gut aufgehoben.

Frankfurter Rundschau am 13.11.2006


...Auch der Komponist Georg Friedrich Haas ... bot mit seinem fragilen zweiten Streichquartett wahrlich ein prismatisch schimmerndes Leuchtfeuer...:Gegenwartsmusik mit enorm weiten, leisen, leicht rotierenden, von unmerklichen Übergängen bestimmten Spannungsbögen, vom Helios-Streichquartett anmutig und grazil dargeboten...

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29.04.2006


...Das hervorragende Helios-Streichquartett bot daneben kurzweilige Stücke von C. J. Walter, G.F.Haas und J.L. Hervé...

Darmstädter Echo vom 24.04.2006


...Die von Jens Joneleit intendierte „flammende Geste der Auflehnung“ dürfte auch den Akteuren des Ensembles nicht fremd sein, so leidenschaftlich traf ihre Interpretation dieses jüngsten Stückes das Publikum...

Esslinger Zeitung vom 24.01.2006


Doch das Konzert des Ensembles 9Q zusammen mit dem Helios Quartett ließ sich als Absage an Traditionsmeierei lesen. Statt eines musikalischen „Ozapft is!“ sprühten wilde Musikblitze durch den Raum, und als sich das Publikum erst einmal an die minimalistische Melange von Klassik und Jazz gewöhnt hatte, war die Begeisterung laut hörbar...

Tagblatt Tübingen vom 17.10.2005


... Ein faszinierendes Konzert mit temperamentvollen Spielern, die enorm Gas geben konnten und auch noch Spaß an der Sache hatte...

Heidenheimer Zeitung vom 25.10.2005


...Als großes Finale verabschiedete sich das Ensemble (Helios StreichQuartett mit Mike Svoboda) mit einer hoch explosiven crescendierenden Improvisation. Die Steigerung zu einem martialischen Schrei bohrte sich als Erinnerung für längere Zeit ins Gedächtnis ein.

Heidenheimer Neue Presse vom 26.10.2005


...Gemeinsam zauberten sie Klangflächen, entwickelten beredte Dialoge zwischen den Instrumenten und ließen den Raum mit gewaltigen Eruptionen bis am die Schmerzgrenze erbeben, Viel Applaus...

Stadtrundschau Ostfildern vom 01.12.2005


...Solche lang anhaltenden Klänge, unterbrochen von jähen Ausbrüchen und irisierenden Arpeggien, bilden das Material von Luigi Nonos letzter abgeschlossener Komposition „Hay que caminar sonando“, während die zwei Violinen entlang vierzehn Notenständern von Station zu Station durch den Raum wandern. Dieses Wandern, das auch im Titel angesprochen ist, bezieht sich auf den unbedingten Willen des Komponisten, niemals stehen zu bleiben...Diesem asketischen, von Ulrike Stortz und Felix Borel perfekt vorgetragenen und von der Zuhörerschaft sehr konzentriert aufgenommenen Spätwerk war Evdokjia Danajloska beim 12. Dialog Konzert im Forum Neues Musiktheater aufgefordert, etwas eigenes entgegenzusetzen... im Anschluss an Nono und ein Gespräch mit der Komponistin spielten Ulrike Stortz und Felix Borel gelöst und mit Verve wie eine Person.

Stuttgarter Zeitung 25.05.2005

Presse zur CD Oscar van Dillen: "de Stad"
[cybele/Liebermann CD 361.301], erschienen Herbst 2003 :

Crescendo, Ausgabe 1/2004:

"De Stad von Oscar van Dillen ist eine Auftragskomposition des Historischen Museums Rotterdam zu einer Ausstellung über die neuere Geschichte der Stadt. Das Ensemblewerk mit sechs Einzelsätzen ist suggestiv, aber nicht programmatisch zu verstehen; van Dillen reflektierte und verinnerlichte Geräusch-Bilder und Klangimpressionen, die Musik selber ist aber abstrakt. Eine mögliche Ausdeutung zeigt die ebenfalls mitgelieferte elektroakustische Montage, in der Teile des Stücks mit realen Klängen verbunden werden – es entsteht eine ambient-artige Tonkulisse. In beiden Versionen ist die Stadtmusik stimmungsvoll und atmosphärisch, van Dillen leitet selber das Ensemble >gelberklang<. Sehr gute Aufnahmequalität."


Klassieke Zaken, Ausgabe 1/2004:


"Als die künstlerische Leitung vom Historischen Museum Rotterdam beschloss, eine Ausstellung der eigenen Heimatstadt zu widmen, war sofort klar, dass dazu Musik klingen sollte: ‚Die Verwendung von Musik in der Ausstellung kann diese zu einem Erlebnis machen, die den Besucher berührt.’ schreiben Jacques Börger und Paul van de Laar im CD-Booklet. Der Rotterdamer Komponist Oscar van Dillen (* 1958) erhielt den Auftrag, die passende Komposition zu liefern, die er einfach „Die Stadt" taufte. In sechs Teilen beleuchtet er das Leben in einer multikulturellen Metropole. Van Dillen verfällt jedoch nirgends in einfache Geräuschimitationen vom fahrenden Verkehr, sich mühenden Hebekränen oder stampfenden Maschinen, sondern schildert mit feinsinnigen Klangfarben Tag- und Nachtsphären. So im ersten Teil, worin melancholische Streichermelodien durchschnitten von aufgeregten Eruptionen des Akkordeons und des Klaviers die Vorstellung von verschiedenen Kulturen hervorrufen. Im vierten Teil singen langgezogene Töne der Baßposaune von Wehmut über das verlorene Arcadien, das gegen die städtische Hektik mit minimalistischen Schlagzeugfiguren abgesetzt wird. Als Bonus ist auch der elektroakustische Remix aufgenommen, worin die ursprüngliche Komposition vermengt wird mit Geräuschen von strömendem Wasser, klingelnden Telefonen, tickenden Weckern, Straßensängern, Pferdegetrampel, Sirenen und (Nazi-)stimmen. Eine wahre ‚ambient‘-Komposition, die zweifellos der ‚Neuen Stadtgeschichte von Rotterdam’ zusätzliche Tiefe gibt."


Neue Zeitschrift für Musik, Ausgabe 2/2004:

"Eine Ausstellung über die neuere Stadtgeschichte brauche eine «Ausstellungsmusik», befand der Leiter des Historischen Museums Rotterdam -und verschaffte dem heimischen Tonkünstler und Theorielehrer Oscar van Dillen einen diesbezüglichen Kompositionsauftrag. In mancher Hinsicht sind Städte ja wie Partituren: Der Komponist entwirft, baut und verändert, spielt mit Spannkräften und Fluchtlinien. Demjenigen, der eine Stadt begeht oder eine Partitur durchstreift, bietet sich Offenes und Verborgenes. Van Dillen entschied sich, das Thema Stadt in einem Zyklus abstrakter Impressionen abzuhandeln. Um das unaufhaltsame Ausgreifen und Ausrändern einer urbanen Krake tönend einzufangen, hätte er wohl ein «work in progress» konzipieren müssen. Stattdessen schuf der Niederländer, der u. a. bei Manfred Trojahn in Düsseldorf studierte, einen sechsteiligen Klangfries De Stad («Die Stadt»). Er horcht ins Dickicht ihres multiplen Wesens, lauscht den Tag- und Nachtseiten ihrer «Seele». Als multimediale Raummusik für die Besucher der Ausstellung «Geschichte des neuen Rotterdam» fertigte van Dillen zudem eine elektroakustische Montage Stadsgeschiedenis («Stadtgeschichte»). Das Ensemble «gelberklang» realisiert die facettenreichen Hörbilder van Dillens unter Leitung des Komponisten mit Hingabe. Das Instrumentarium enthält genau die Farben und Charaktere, die ein Stadtporträt des 21. Jahrhunderts braucht."


Luister, Ausgabe 3/2004:

"Bereits bei den ersten Takten hört man es: der niederländische Komponist Oscar van Dillen (1958) versteht sich im Erzeugen von Sphären und im Aufrufen von musikalischen Bildern. Es ist, als wüßte er den Hörer bereits bei den Eröffnungsklängen am Schlafittchen zu packen, eine Tür aufzuschließen, um mit ihm durch unbekanntes Gebiet zu irren. In diesem Fall ist es eine Stadt, genauer gesagt: Rotterdam. Van Dillen schrieb diese Sinfonie im Auftrag des dortigen "Historischen Museums Rotterdam" für die multimediale Ausstellung "Stad van Rotterdammers". Ebenso voll und (wie ich vermute) spätblühend, wie van Dillens interessante Lebensgeschichte, klingt seine sympathische Komposition. Das Nette ist, dass er mit seiner Sinfonie den Status eines Gelegenheitswerkes bei weitem übersteigt: Durch seine schöne Instrumentation und sein gutes Gefühl für Timing bleibt man gefesselt von dieser kapriziösen Stadtgeschichte. Nicht allein beim instrumentalen Komponieren ist van Dillen überzeugend, auch mit dem Einsatz von Elektronik weiß er schnell Bilder aufzurufen. Van Dillen leitet das Ensemble Gelberklang adäquat, aber meiner Meinung nach hätte der Gesamtklang noch besser aufeinander abgestimmt sein können."

Konzertkritiken :

Helios im Zeppelin-Museum (Friedrichshafen, 22.04.2004)
"Improvisierte und notierte Musik erklingt zu Bildern von Peter Mell"

… Im ersten Teil bot sich ein fast klassisches Bild, die Zuschauer in Reihen vor dem Quartett. Die drei ausgewählten Stücke stellten die Bandbreite moderner Musik für Streichquartett vor. Zunächst die Eigenkomposition des Cellisten Scott Roller "Fields and Planes" …, sechs Sätze, die die texanische Heimat des Cellisten evozieren. Schnelle, bewegte Sätze wechseln mit langen stillen Passagen, ganz leise zieht sich die Musik in sich selbst zurück.Ganz anders Morton Feldmans "Structures", pointillistisch hingetupfte Töne, flüchtig huschend, wie scheue Irrwische, Töne, wie von federleichten Lebewesen gezupft, gestrichen und geklopft.
Anschließend, auf Anregung des Malers Peter Mell, das Streichquartett der jüdischen Komponistin Chaya Czernowin. Fast erschreckend der Einsatz, kratzend und scharrend und wimmernd, bösartig funkelnd und drohend, gruseliger Spuk einer Sommernacht, und plötzlich wieder kokett rufend, wobei die Instrumente zu einer irrealen Stimme verschmelzen, das Ganze brillant gespielt. Und doch ließ erst der zweite Teil den Abend zu einem wirklichen Ereignis werden.
Die Musiker haben ihre Pulte weggeräumt, sie gehen durch die Ausstellung, bleiben vor Bildern stehen, nur der Cellist hat seinen Stuhl dabei. In freier Improvisation gehen sie auf die Stimmung der Bilder ein. Einer fängt an zu improvisieren, die anderen fallen ein, setzen ihre Tonfolgen dagegen. In einem spannenden Dialog reagieren sie auf die Bilder, vor denen sie gerade stehen…
Die Besucher stehen um die Musiker oder bewegen sich auf leisen Sohlen durch die Ausstellung. Kunstverein und Kulturamt boten hier ein Event, wie man es in der Großstadt nicht besser, nur öfter erleben könnte.

Schwäbische Zeitung vom 24.04.2004

Zum Nachtkonzert "Kassandra" beim tonArt-Festival, Esslingen am 24.1.04:

"...präsentierten sich dabei kraftvoll, gleichzeitig subtil und in überzeugend virtuoser Manier drei Musikinterpreten: Frank Wörner (Bass), Albrecht Imbescheid (Flöten), Michael Kiedaisch (Schlagzeug)...Das erwartungsvoll gestimmte Publikum folgte konzentriert und gespannt dem schlüssig arrangierten Programm über die Figur der Kassandra aus der griechischen Mythologie.(...) Man spürte eine steigende Spannung zwischen der Ruhe der Nacht und der Präzision und Dichte der musikalischen Verläufe: Eine beglückende Konzertsituation..."

Esslinger Zeitung vom 28.01.04


Musikalische Zeitreise zu neuen Horizonten :
Helios Streichquartett eröffnet in der Villa Merkel mit „Lost in the Stars" das vierte tonArt-Festival

Eine spannende Entdeckungsreise durch drei Jahrhunderte Musikgeschichte unternahm das Helios-Quartett mit seinen musikalischen Gästen und zitierte dabei überaus gekonnt ganz unterschiedliche Musikstile. Moderne, atonale Klänge standen neben Musicalkompositionen, romantische Kompositionen fanden wie selbstverständlich neben lateinamerikanischen Rhythmen ihren Platz...
Albrecht Imbescheid spielte dieses reizvolle moderne Stück („Kassiopeia" für Soloflöte von Shimazu) mit beachtlichem handwerklichem Können und großer Klangverliebtheit...Einen deutlichen Kontrast dazu bildete John Cages „Atlas eclipticalis" aus den sechziger Jahren. Das Quartett trug es gemeinsam mit Albrecht Imbescheid über die verschiedenen Räume verteilt sehr packend vor. ... Unbestreitbarer Höhöpunkt der Aufführung waren jedoch die Auszüge aus Karlheinz Stockhausens „Tierkreis", bei denen Ulrike Stortz an der Geige und Scott Roller am Cello Gareth Lubbe mit seinem Obertongesang begleiteten, der dem Werk ausgesprochen reizvolle Glanzpunkte aufzusetzen verstand.

Esslinger Zeitung, 12.01.2004

zu "Klangwölfe" : Kagel Portrait

der Hörer erlebt Kagels Musik einmal emotional, quasi aus der Innensicht, dann aber, durch die szenischen Effekte befremdet, zugleich als distanzierter Beobachter. Das Ensemble >gelberklang< überzeugte in beiden Aspekten. Die Musik klang eindringlich und stimmig: Martin Stortz mit weichem, manchmal wolkigem Klavierpart. Ulrike Stortz mit glasklaren Geigenlinien. Scott Roller mit Cellotönen vom sonoren Gesang bis zum heißeren Bellen. Albrecht Imbescheid mit waghalsigen, hoch expressiven Flöten-Effekten. Und Thomas Reil, der in den Schlussstücken eine Bravour-Vorstellung an Klarinette und Saxophon ablieferte. Eindrucksvoll umgesetzt waren aber auch die szenischen Effekte. Vor allem deshalb, weil sie nicht theatralisch, sondern ganz zurückhaltend, fast minimalistisch und mit großer Selbstverständlichkeit eingesetzt wurden.
Übrigens passte das Wechselspiel von Expressivität und ironischer Brechung wunderbar in das Umfeld der Ausstellung mit den riesigen Ölbildern von A.R.Penck, die ja auch zwischen Pathos und jazziger Coolness schwanken.

Reutlinger General-Anzeiger, 24.10.2003


Ganz virtuos mit Wasserglas

Musik als Möglichkeit, Hoffnung zu bewahren und Mut zu schöpfen angesichts von Terrorangriffen: Unter diesem Motto spielte das Streichquartett Helios ... im Bachsaal der Johanneskirche. ...Die Bühne war vollgestellt mit Equipment, das gewöhnlich nicht mit dem Klangkörper Streichquartett in Verbindung gebracht wird. Becken standen da zum Beispiel oder Wassergläser. Das Ensemble handhabte das alles höchst virtuos und spielte mit merkbarem Engagement.... Helios vermochte sich bestens den Tempo-und Stimmungswechseln anzupassen (Different Trains von Steve Reich) und musizierte – trotz des ernsten Hintergrunds – mit sichtbarem Spaß an der Sache.

Düsseldorfer Stadtpost, 13.02.2002


Seele wandert in die schwarze Nacht
Zeitgenössische Musik als Antwort auf 11.September

Ein aufgeschlossenes Publikum erlebte eine außergewöhnlich Klangoffenbarung, die vom Helios Streichquartett eindrucksvoll dargeboten wurde. ...Die dynamische Bandbreite, die das Streichquartett durch die elektrische Verstärkung und Verzerrung, aber auch durch die reichliche Akustik im Raum erreicht, hilft den Kompositionen („Black Angels" von George Crumb und „Different Trains" von Steve Reich), besonders intnesiv zu wirken....Die rhythmische Präzision erreichen die vier Musiker in vollkommener Weise, sie zeigen sich als Spezialisten auf dem Sektor der zeitgenössischen Musik.

Esslinger Zeitung, 21.01.2002

Presse zur >gelberklang< CD "Farben der Stille"
[cybele/Liebermann CD 361.201], erschienen Anfang 2003 :

Die neueste Stimme zur >gelberklang< CD
"Farben der Stille" von klassik.com

Schillernde Stille

"Ein rundum überzeugendes Hörerlebnis also, das auch ohne Wissen um die zugrunde liegende Motivation in vollen Zügen genossen werden kann. Wenn es aber doch einen Erkenntnisgewinn aus dieser vorbildlichen Produktion gibt, dann den, dass die Stille eine Fülle verschiedenster Farben und Facetten aufweist."

Interpretation : 5/5
Klangqualität : 4/5
Repertoirewert : 4/5
Booklet : 3/5

klassik.com (06.06.2004)

SWR-2-Plattenprisma vom 14. Juni 2003

“Das war für eine spätere Generation von Komponisten - vorrangig zu nennen wäre da Morton Feldman - Anreiz genug, den Umkreis der Stille auszukosten - eine Grenzerkundung, die das Paradoxe streift. Nicht weniger als fünf unter diesem Horizont zu verstehende Werke vereinigt eine CD des nach der Göttin der Fruchtbarkeit benannten Kleinlabels Cybele unter dem Titel Farben der Stille. Das 1992 gegründete Ensemble Gelber Klang - eine Reverenz vor Wassily Kandinskys Farbentheaterprojekt von 1912 - vereinigt auf ihr kammermusikalisch Werke mit verschiedener Besetzung von Feldman, Toru Takemitsu, Scott Roller, Kaija Saariaho und Albrecht Imbescheid. Das sind alles Stücke, die weniger für die mediale Aufbewahrung als für ein besinnliches Konzerterlebnis live geschaffen wurden, und im Rundfunk lassen sie sich ausschnittweise schlecht vermitteln. Aber meinen empfehlenden Hinweis auf diese Platte will ich nicht ohne Klangbeispiel aussprechen. In ihrer Komposition Nymphea für Streichquartett mit live-elektronisch veränderten Klängen hat die 1952 geborene finnische Komponistin sich von Claude Monets Seerosenbildern anregen lassen zu einer Komposition, die aus nichts als wandernden Klangflächen besteht. Die ragen, wenn Wind aufkommt, sehr wohl aus der Stille heraus und klingen dann so [Musikbeispiel Saariaho] Kaija Saariaho, Nymphea: Aus dieser rund 20 Minuten dauernden Komposition für Streichquartett und elektronische Klänge spielten Mitglieder des Ensembles Gelber Klang einen Ausschnitt. Sie ist Teil der bei Cybele erschienenen CD Farben der Stille, die fünf um das Verstummen von Musik kreisende Werke von Komponisten enthält, die im 20. Jahrhundert geboren wurden: in besinnlichen Stunden ein lohnender Anreiz für alle, die in Neuer Musik ein Moment des Meditierens suchen.”


nmz (neue musikzeitung), Ausgabe Juni 2003


“Aufregend konturenreich sind alle diese stillen Stücke gespielt. Nicht nur die genaue und sensible Interpretation durch das vorzügliche Ensemble gelberklang besticht, sondern auch die behutsame, gewissermaßen ein spektrales Feld aufbrechende Auswahl der Stücke.”


Orchester, Ausgabe September 2003

„Welche Farbe hat die Stille? Ist sie weiß, wie Wassili Kandinsky meint, in dessen Poetik ‚Über das Geistige in der Kunst’ es heißt: „Bei der näheren Bezeichnung ist das Weiß ... wie ein Symbol einer Welt, wo alle Farben als materielle Eigenschaften und Substanzen verschwunden sind... Deshalb wirkt das Weiß auf unsere Psyche als ein großes Schweigen, welches für uns absolut ist. Es klingt innerlich wie ein Nichtklang...” Doch so wenig die Farbe Weiß völlig monochrom ist, wie die White Paintings des Malers Robert Rauschenberg zeigen, so wenig ist die Stille ein starrer Zustand. Sie ist ein Schweigen voll Möglichkeiten, ein „Nichts, welches jugendlich ist”, um nochmals Kandinsky zu zitieren. Stille als Zustand, der dem Tönenden vorangeht, ihm nachschwingend folgt und auch während seines Erklingens gleichberechtigter Bestandteil der Musik bleibt, ist das Thema der vorliegenden CD, die nicht zufällig mit Toru Takemitsus Rain Spell beginnt: wird doch in der traditionellen Ästhetik Japans Musik immer schon als „belebte Stille” gewertet. Vorzüglich gelingt es den Mitgliedern des Ensembles Gelber Klang Takemitsus Musik als eine große ruhige Fläche zu entfalten, die allerdings in den Details fluktuiert und sich aus zahlreichen kleingliedrigen Strukturen zusammensetzt. Einen ähnlichen Eindruck vermittelt das von den Seerosenbildern Claude Monets angeregte Stück Nymphea (Jardin Secret III) der finnischen Komponistin Kaija Saariaho, in dem differenzierten Streichquartettklängen durch Mittel der Live-Elektronik noch weitere Schattierungen abgewonnen werden. Ist auch John Cage mit seinem radikalen Stück komponierter Stille 4’33” auf dieser CD nicht vertreten, so doch der von Cage beeinflusste Morton Feldman mit dem Stück For Frank O’Hara, einer fast viertelstündigen Abfolge sparsamer Gesten und zarter Valeurs am unteren Rand des dynamischen Spektrums, ein einziges Mal unterbrochen durch eine laut und brutal sich emporreckende Schlagzeugfigur. Sehr differenziert lassen die Mitglieder des Ensembles Gelber Klang sowohl die sechs mit Serraval überschriebenen Charakterstudien des US-Amerikaners Scott Roller als auch die sechsteiligen Farben der Stille von Albrecht Imbescheid erklingen, der als Flötist Mitglied der Gruppe ist. Um verschiedene Aspekte des Titel-Begriffs geht es Imbescheid in seiner Komposition: um Stille als einen Bereich der Kontemplation und Selbstversenkung, der einen Gegenentwurf zum Lärm der technisierten Welt bildet, aber auch um Stille als unheimlich brütender Zustand, in dem sich Spannungen allmählich verdichten und zum anschließenden klanglichen Ausbruch führen.“

Information und Bestellungen bei: http://www.cybele.de/html/index.php?b=te&label=cybele&cd=SACD361201

Presse zur >gelberklang< CD "Kammermusikwerke von Jens Joneleit"
[cybele/Liebermann CD 360.601], erschienen Sommer 2002 :


FONO FORUM, 07.2003



New York Times - 20. Juli 2003

Music You Can See and Touch


By ALLAN KOZINN

"There is something both refreshing and oddly nostalgic about a new CD of chamber works by Jens Joneleit, a 34-year-old German composer. Mr. Joneleit's main concerns are timbre, texture and space, and he uses them inventively and with an almost visual sense of placement. Structure comes into his sound pictures as well, but in a way so quirkily personal that organizational signposts are hard to discern. Other musical building blocks - themes, for example - hardly figure in his processes at all, although now and then a melodic fragment teases the ear. At a time when new music is chasing accessibility, Mr. Joneleit's pieces recall the avant-garde sound sculptures of the 1960's.The five works on the disc, from the German label Cybele, offer an overview of Mr. Joneleit's recent work for varied forces, from solo cello to a large ensemble of strings, winds and percussion.At times - as in the cello piece, "Abbild" ("Likeness"; 1999) - Mr. Joneleit's approach to his resources is like that of a child taking the measure of a new toy. Using a simple interval - a perfect fourth - he has his cellist, Scott Roller, attack the defining notes in every way possible. A plainly bowed tone is by a plucked one, then by bowing and plucking with different measures of vehemence and in different parts of the cello range. Hammering strokes and abrasive bowing ensue.Eventually, Mr. Joneleit's perfect fourth melts into free chromatic wandering. And in his investigation of the cello's possibilities, he leaves no stone unturned:nearly 9 minutes into the 10-minute piece, a lugubrious melody crawls into view, and although it quickly disintegrates into pizzicato fragments and descending slides, it almost seems to be the fleeting goal the score has been building toward.
The fascination with extremes that drives the cello piece is explored more vigorously in Mr. Joneleit's String Quartet No. 6 (1999). Aggression and restraint, Romantic lushness and modernistic pointillism, a mysterious, sustained calm and arrhythmic bursts are juxtaposed throughout the four movements. One might expect that its constant and often sudden changes would be disquieting, but Mr. Joneleit imposes a logic on his parade of sounds that keeps the piece both surprising and inviting.
He is at his best, however, when writing for mixed timbres. The Piano Trio No. 3 ("In Sicht," "In Sight"; 1999) and "Il Canto l'Interno…Nell'Intimo" ("The Inner Song…in the Intimate"; 1998), for larger ensemble, are largely studies in textural fluidity, although, like the string works, they have their moments of sudden explosiveness. In "Il Canto l'Interno", especially, a wave of sound might begin with strings and piano and end with winds and a touch of light percussion, heard at a distance. These almost painterly shifts in coloration occur so quickly that there seems little point in focusing on the instrumentation.Mr. Joneleit has strong advocates in the Ensemble Gelber Klang, a German new-music group that plays expertly and seems to share his interest in emphasizing music's tactile qualities rather than its formal niceties."

(nmz) Neue Musikzeitung, November 2002

„Überraschend eindringlich komponierte Stücke aus einer eigenen Welt, die vielleicht durch Joneleits Hinweis auf Bruckner (seine Fähigkeit aus der Stille zu schöpfen!), Feldman und Nono etwas klarer kenntlich wird. Seht inspiriert musiziert.“

Information und Bestellungen bei:
http://www.cybele.de/html/index.php?b=te&label=cybele&cd=360601

 

Weitere Pressestimmen :

"… die Gäste aus Baden-Württemberg überraschten durch eine exzellente Programmauswahl bei ihrem Konzert mit zeitgenössischer Musik bein Sächsischen Mozartfest. Unter dem Titel Die Farben der Stille begaben sich neun Mitglieder des Ensembles >gelberklang< auf die Suche nach geistigen Verbindungen zwischen zeitlich und räumlich weit Entferntem…"

Freie Presse Chemnitz (Sächsisches Mozartfest)


" Imbescheids Musik, souverän interpretiert vom Ensemble >gelberklang< unter Leitung des Komponisten. Was naturgemäß mit dem Geräusch einer Tür beginnt, erweist sich als starke, vielschichtige Tanz- und Theatermusik... Imbescheid komponiert sich nie in den Vordergrund, sondern ermöglicht eine traumwandlerische Balance von Klang, Szene und Bewegung."

Esslinger Zeitung (Tanzprojekt Das Rauschen der blauen Tür)


"…Gespielt war alles hervorragend! Im Mittelpunkt des Konzerts stand die Missa super L’homme armé (1968/71) aus der Sturm- und Drangzeit des englischen Enfant terrible Peter Maxwell Davies. Noch immer frappiert die Kühnheit der Stilsynthese. Ausschnitte aus dem Lukasevangelium, Kapitel 22, über Abendmahl und Verrat werden deklamiert. Den religiösen wie persönlichen Verrat hat Davies in einer satirisch ätzenden Montage von Renaissance-Original, viktorianischen Gesängen und Fetzen moderner U-Musik ausgedrückt. Wie unerbittlich sich die Säure des Verrats durch diese Musik frißt, hat das Ensemble >gelberklang< in einer fröstelnd machenden Interpretation verdeutlicht."

Stuttgarter Nachrichten (La Renaissance de la Renaissance)


"…wurden schnell die Sitzplätze knapp - ein höchst ungewöhnlicher Vorgang für ein Musica-Nova-Konzert. Könnte sein dass sich einige Literaturfans in den Kreis der Neutöner „verirrt“ hatten. Zu bereuen gab es bei dieser Entscheidung allerdings gewiss nichts, denn >gelberklang< ... verstand es, mit Emphase und beherztem Zugriff auch das Spröde zugänglich, das Verkopfte einsichtig, das Entgrenzte habhaft zu machen…Verbindlicher die 1999 entstandene Fadensonnen Adaption des 1941 geborenen Andreas Pflüger, für Stimme, Flöte, Harfe Schlagzeug und Streichtrio. Hier bildet sich ein lyrisches Tonfarben-Kontinuum, zart ironisch gefärbt, mit uneigentlich zitierten Gesten und brillant gebrochenen Erwartungshaltungen. ...Ungemein dicht und packend geraten Aribert Reimanns Vertonungen der Eingedunkelt Gedichte für Soloalt. Christina Ascher füllt diese der Opernbühne nahe stenden, vierteltönigen Trouvaillen mit Charisma und Atmosphäre."

Erlanger Nachrichten (Celan-Programm)


"Künstlerische Perfektion bis ins Detail.… Den fünf Musikern gelang es, die Originalität und den Zauber Kagelscher Kompositionen in den Zustand der Schwerelosigkeit zu überführen."

Esslinger Zeitung


"Wer ist Kagel? Diese Frage dürften künftig einige Häfler mit Feuer in den Augen beantworten…"

Südkurier


"Ein aufgeschlossenes Publikum erlebte eine Klangoffenbarung…"

Esslinger Zeitung (Streichquartettprogramm)