Wolpe Trio

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Neue Kammermusik

Lesley Olson, Flöte
Scott Roller, Violoncello
Susanne Achilles, Klavier

English, please !

"Überraschung mit Rätsel mischen, Zauber mit Schock, Intelligenz mit Hingabe, Form mit Antiform" (Thinking Twice, 1959) - die musikalische Maxime des Komponisten Stefan Wolpe, seine ästhetische Offenheit und seine Mittlerfunktion zwischen den Kontinenten prägen die Arbeit und die Programme des Essener WOLPE TRIOs.

Deutsch-amerikanisch ist die Zusammensetzung des Ensembles: die Flöstistin Lesley Olson kommt aus Chicago, der Cellist Scott Roller ist gebürtiger Texaner; aus dem Ruhrgebiet stammt die Pianistin Susanne Achilles. Die drei Musiker, die als Interpreten insbesondere der Musik des 20. Jahrhunderts bereits in vielen Konzerten international hervorgetreten waren, schlossen sich 1992 zusammen, um als Ensemble für neue Kammermusik dem Publikum besondere Programme zu präsentieren.

Deutsch-amerikanisch ist auch die Biografie des Komponisten Stefan Wolpe, dessen 1964 komponiertes "Trio in Two Parts" Ausgangspunkt der gemeinsamen Arbeit war. Stefan Wolpe, dessen Musik in Deutschland erst nach seinem Tode (1972) zunehmend Interesse erregt, wurde in Berlin geboren, emigrierte 1938 von Deutschland (über Palästina) nach New York und übte dort nachhaltigen Einfluß auf die zeitgenössische amerikanische Komponistengeneration aus. Sein bislang selten gespieltes und nicht nur kompositorisch höchst virtuoses Trio setzte Maßstäbe für die Arbeitsweise des Ensembles und wurde zum Mittelpunkt der ersten Konzertprogramme, die Werke deutscher und amerikanischer Komponisten gegenüberstellten.

Das Repertoire des Ensembles ist umfangreich und vielseitig. Sein Schwerpunkt liegt in der Musik des 20. Jahrhunderts, schließt aber auch zahlreiche Werke anderer Epochen mit ein. Ein großes Repertoire von Duo- und Solostücken (darunter auch etliche mit Elektronik) ermöglicht darüberhinaus vielfältige Programmkonzeptionen.

Ein besonderes Interesse gilt jedoch der Erarbeitung und Vorstellung ganz neuer Kompositionen. So sind inzwischen über zwanzig Werke von Komponisten verschiedener Länder eigens für das WOLPE TRIO geschrieben worden, darunter Ludger Brümmer (Essen), Sidney Corbett (Stuttgart), Johannes Fritsch (Köln), Dietrich Hahne (Essen), Max Keller (Winterthur), Edward Levy (New York), Erik Lund (Chicago), Roland Pfrengle (Berlin), Michael Reudenbach (Aachen), Kaija Saariaho (Paris/Helsinki), Stuart Saunders Smith (Baltimore), Kilian Schwoon (Florenz); weitere Uraufführungen sind in Vorbereitung. Dies ermöglicht den Musikern des Trios eine enge Zusammenarbeit mit Komponisten unserer Zeit und dem Publikum das Erlebnis kompetenter und lebendiger Aufführungen neuester Musik.

Seit dem furiosen Debutkonzert im Rahmenprogramm der Kasseler documenta 1992 hat sich das WOLPE TRIO weit über die Region hinaus in der Interpretation zeitgenössischer Musik einen Namen gemacht. In zahlreichen Konzerten in Deutschland und im benachbarten Ausland belegte das Ensemble seine Kompetenz und Vielseitigkeit und erhielt hervorragende Kritiken.

So u.a. im Vier-Städte-Projekt "Trapezium" mit Konzerten in Den Haag, Amsterdam, Köln und Essen (1995); mit Auftritten bei Neue Musik-Festivals wie "EX MACHINA 96" und beim Jubiläum "25 Jahre Feedback Studio Köln" mit elektro-akustischen Werken; im Herbst '96 mit sieben Konzerten für die Veranstaltungsreihe "50 Jahre Neue Musik in Nordrhein-Westfalen".

Im März 1997 konzertierte das Trio auf einer Tournee in 7 nordamerikanischen Städten (Toronto, Baltimore, Chicago u.a.). Eine Reihe mit interaktiven Programmen (Instrument und Live-Elektronik) begann im Juni 97 mit dem Konzert im Lehmbruck-Museum Duisburg anläßlich der Finissage der Ausstellung "Interact!". 1997 und 98 wurden u.a. Konzerte präsentiert mit bulgarischen und finnischen Komponisten ("100 Jahre Alvar Aalto"), zu letzterem Anlaß schrieb die renommierte finnische Komponistin Kaija Saariaho für das WOLPE TRIO (Kompositionsauftrag der Stadt Essen).

1998 spielte das Ensemble (zusammen mit dem Schlagzeuger Andreas Boettger) ein Portraitkonzert mit Werken von Manfred Stahnke bei Radio Bremen, 1999 gestalteten die Musiker (wieder mit Andreas Boettger) ein Portraitkonzert "Eine Finnin in Paris - Kaija Saariaho" im Deutschlandradio. Ein weiterer Höhepunkt im Herbst 1999 war das Konzert im Zentrum für Zeitgenössische Kunst in Warschau.

Zahlreiche Rundfunkaufnahmen erfolgten für deutsche, kanadische, amerikanische und holländische Sender. Eine CD wurde 1998 produziert mit Werken von Stefan Wolpe, Manfred Stahnke, Dietrich Hahne, Scott Roller, Erik Lund ("Harmonies and Counterpoints between Germany and America"; cybele 360.401), gefördert von der Stiftung Kunst & Kultur NRW und der Wolpe Societey New York. Die Fachpresse lobte "die deutliche rhetorische Prägnanz" und "die starke gestische Kraft" der Interpretation und attestiert der Aufnahme eine "hervorragende Klangqualität" (Gesamturteil: eine sehr gute Produktion, "Klassik heute" 9/99), "Das Wolpe Trio bewegt sich mit analytischer Schärfe durch die Tonwelten" (FonoForum 12/99).

Die Musiker des Trios wirken darüberhinaus seit drei Jahren im neugegründeten ENSEMBLE ECOUTE der Gesellschaft für Neue Musik Ruhr mit. Das Ensemble gestaltete im Jahre 1998 u.a. zahlreiche Konzerte in großen Museen NRW's mit thematisch speziell für Ausstellungen bzw. Sammlungen konzipierten Programmen. 1999 wirkte das ENSEMBLE ECOUTE in der landesweiten Konzertreihe in NRW MM::99 mit, u.a. mit Schönbergs Pierrot lunaire.

Eine Auswahl der Konzerte 2001-2003


Am 18. Oktober 2002 feierte das Trio "10 Jahre WOLPE TRIO" mit einem Konzert im Machinenhaus Essen. Zur Uraufführung gelangten von Nicolaus A. Hubers "O dieses Lichts!" (als Kompositionsauftrag
des Kulturbüros Essen zum 10-jährigen Bestehen des Ensembles), Jacqueline Fontyn: "La fenêtre ouverte" (in der neuen Fassung für das WOLPE TRIO) und sechs musikalischen Geburtstagsgrüßen aus aller Welt von Bill Brooks (GB), Dietrich Hahne (D), John McCaughey (Australien), Mike Svoboda (USA), Erik Lund (USA), Stefan Froleyks (D).

Die Konzerte des WOLPE TRIOs werden unterstützt vom Deutschen Musikrat.

Neuerscheinung 2004 :

bei KAIROS (Wien), eine Koproduktion von
Kairos Musikproduktion / DeutschlandRadio



Kaija Saariaho: Chamber Music

Wolpe Trio / Andreas Boettger
/ Thomas Neuhaus

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Kaija Saariaho (*1952) :

01: Cendres (1998) for alto flute, violoncellocello and piano [9:02] ,
02: Noa Noa (1992) for flute and electronics [8:21] ,
03: Mirrors (orig. version 1997) for flute and violoncello [3:31] ,
04: Spins and Spells (1996) for violoncello solo [5:58] ,
05: Monkey Fingers, Velvet Hand (1991) for piano solo [2:59] ,
06: Petals (1988) for violoncello (electronics ad libitum) [8:53] ,
07: Mirrors (version L. Olson 1998) for flute and violoncello [3:30] ,
08: Laconisme de l'aile (1982) for solo flute with optional electronics [10:23] ,
Six Japanese Gardens (1993/1995) for percussion and electronics [18:33]
09: Tenju-an Garden of Nanzen-ji Temple [3:08]
10: Many pleasures (Garden of Kinkaku-ji) [1:37]
11: Dry Mountain Stream [3:23]
12: Rock Garden of Ryoan-ji [3:56]
13: Moss Garden of Saiho-ji [2:48]
14: Stone Bridges [3:43]


Interpreten:

Wolpe Trio:

Lesley Olson, flute
Scott Roller, violoncello
Susanne Achilles, piano

Thomas Neuhaus, live-electronics - (2, 6, 8)
Andreas Boettger, percussion and live electronics (9-14)

KAIROS 0012412KAI - Total Time: 72:12

Pressestimmen -
KAIJA SAARIAHO: Chamber Music.

Wolpe Trio (Lesley Olson, Scott Roller, Susanne Achilles);
Andreas Boettger
Kairos 0012412KAI

NZ (Neue Zeitschrift für Musik) 11/12 2004

"Saariaho kreiert reine Klangkunstwerke, assoziative, lebendige, gefühlte Strukturen von hoher Ästhetik... Der finnischen Komponistin liegen Instrumente nahe, die ein weites Klangspektrum zulassen, Favoriten sind Flöte und Cello, die bei diesem kammermusikalischen Portrait im Mittelpunkt stehen. Die Ausführenden sind das Essener Wolpe Trio mit Lesley Olson, Scott Roller und Susanne Achilles, die "Gärten" werden von Andreas Boettger gespielt... Auch hier verblüfft, mit welch sicherer Hand die Komponistin mit ihren Medien umgeht. Der Klang wird angereichert, gebrochen, gespiegelt, verliert aber nie seinen zutiefst menschlichen Gestus, alles ist fließend und homogen - ein immenses Gefühl für Klänge in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen, gepaart mit einer großen intuitiven Ausdruckskraft. Nicht zuletzt die Begeisterung und Sensibilität, mit der die Musiker sich dieser Werke annehmen, macht ihren besonderen Rang deutlich. Dazu kommt die immer feinfühlige Dramaturgie, ein klar definierter Stimmungsgehalt und -verlauf. Komponistinnen wie Saariaho sind es, die den Elfenbeinturm der Neuen Musik ins Wanken bringen." - Detlef Krenge

nmz 02/05 :

"Weiß auf schwarz. Die Leute vom Wolpe Trio haben Sinn fürs widerspenstig Gefranste. Das tut den Stücken gut, schafft knisternde Live-Atmosphäre... Die Flöte, in die Lesley Olsons Atem fließt, klingt die nicht eher nach Bambus als nach Metall? Und sitzt auf dem Wirbelkasten des Cellos nicht - anstelle der gewohnten Schnecke - eine dieser ausgestorbenen Galionsfiguren? Unfrisiert? Und ändert ihr Gesicht Stück für Stück? Äußerst heftig zum Beispiel, wenn Scott Roller die streicherische Resonanzfülle bis zum Donnervolumen hochschraubt. Oder wenn er riesenhafte "Petals" malt. "Blumenblätter", aber ganz schwarze -, die sich losreißen und aufsteigen in den elektronisch gewölbten Hall (den Thomas Neuhaus dezent steuert). Zur kreativen Forschung gehören Varianten - so in "Monkey Fingers, Velvet Hand": Susanne Achilles verwandelt mechanisch buchstabierende Klavierwalzen in etwas Lebendiges. Oder in den zweierlei "Mirrors" für Flöte und Cello: hier kann man beobachten, wie die pulverisierte Substanz der Originalfassung sich im flüssigen Medium der Version von Lesley Olson zu entfalten beginnt. Eine Summe der Erfahrung ziehen die 1998 geschriebenen "Cendres", Klangreste für Cello, Altflöte und Klavier. Im Verwischen und Verschleifen von Kontrasten, im Aufeinanderzulaufen von Antagonismen gelingen Kaija Saariaho schwebende,
urfein ziselierte Gebilde..." - Michael Herrschel

FonoForum 01/05:

"Sinnlich. Die Finnin Kaija Saariaho hat in den letzten Jahren vor allem mit groß besetzten Arbeiten für Aufsehen gesorgt. Doch begonnen hat sie ihre Karriere mit Kammermusik, die bis heute eine wichtige Rolle in ihrem Schaffen spielt. Das deutsch-amerikanische Wolpe Trio ist von seiner Besetzung her prädestiniert für die Musik Saariahos, gehören doch Flöte und Cello zu den am häufigsten verwendeten Instrumenten im OEuvre dieser Komponistin. Die Sinnlichkeit des Klangs steht bei diesen Arbeiten im Vordergrund. Daneben geht es Saariaho um die Vermittlung klanglicher Gegensätze, etwa zwischen Flöte und Cello, mitunter ergänzt durch elektronische Klänge. Dem Wolpe Trio gelingen ausgesprochen plastische und packende Interpretationen dieser klanglichen Meisterwerke." - Martin Demmler

 

Kontakt Information:

Susanne Achilles :
Steinbeck 33, D-45239 Essen (Germany)
Tel./Fax : +49 (0)201 / 40 91 55
achilles@folkwang-hochschule.de

Lesley Olson :
Von-Schirp-Str. 24, D-45239 Essen,
Tel 0201-490 1082, Handy 0176-23201171,
lesley-olson@t-online.de

Scott Roller :
Hagelkreuz 12, D-45134 Essen (Germany)
Tel. +49 (0)201 / 47 17 68 ; Fax +49 (0)201 / 47 29 34
scott@rollernet.org

Bermerkungen zu diesen Seiten sind an Scott Roller zu richten.

Alle Texte, ausser wo ausdrucklich zitiert wird,
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Stand : 28.02.2005